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Der fünffache Wetzlarer Torschütze Tim Klotz (l.) wird beim 22:21-Derbysieg seines Teams vom gastgebenden Hüttenberger Niklas Theiss (r.) angegriffen.

Wetzlar trotzt allen Widrigkeiten

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(pie). Im Mittelhessen-Derby der A-Jugend-Bundesliga setzte sich die stark ersatzgeschwächt angetretene HSG Wetzlar U19 am Samstag mit 22:21 (10:8) beim TV 05/07 Hüttenberg durch. In einer insgesamt eher schwachen Handball-Bundesliga-Partie war es vor allem HSG-Keeper Christoph Weizsäcker, der den Gastgebern mit seinen Paraden den Zahn zog.

Beide Teams kamen zunächst schwer in die Partie, und so dauerte es fast drei Minuten, ehe HSG-Kreisläufer Tim Klotz den ersten Treffer erzielte. Kurz zuvor hatte es für die personell gebeutelten Wetzlarer eine Schrecksekunde gegeben. Lennart Großkopf war mit einem Wacker in die Hüttenberger Abwehr gegangen, knickte dabei mit dem linken Bein ein und blieb mit einem Aufschrei liegen. Er wurde am Knie behandelt und aus der Halle direkt zum Arzt befördert. Nun standen die Gäste mit nur noch einem Auswechselspieler da, der die ganze Woche nicht trainiert hatte. "Ein Riesenkompliment an die Mannschaft", sagte Trainer Kai Nober hinterher in Anbetracht der Tatsache, dass sich seine Jungs von der Situation kaum aus der Ruhe bringen ließen.

Beide Abwehrreihen verteidigten gut, aber vor allem die Hüttenberger taten sich schwer gegen die aggressive Deckung der Wetzlarer. "Wir haben es zu selten geschafft, den Ball weiter zu spielen und einen Spielfluss und damit auch Torchancen zu generieren", sagte TVH-Coach Michael Ferber. "Und wenn, dann waren wir nicht clever und kaltschnäuzig genug, den Ball im Eins-gegen-Null gegen den Torwart unterzubringen." Immer wieder war es Weizsäcker, der - teils sogar mit Doppelparaden gegen freistehende Gegner -, den TVH zur Verzweiflung brachte und seinen Farben nach Rückstand die Möglichkeiten zur Führung ebnete. Diese besorgte Klotz beim 8:7 (23.), und die Wetzlarer sollten diese Führung auch lange innehaben.

Der Hüttenberger Rückraum agierte zu zögerlich und brachte seine Schützen zu selten in aussichtsreiche Positionen. So geriet man auch mehrfach ins Zeitspiel und produzierte technische Fehler, die mit Ballverlusten einhergingen. "In der zweiten Halbzeit wollten wir einen bessern Spielfluss an den Tag legen und das Sperre-Absetzen der HSG in der Abwehr besser lösen", erklärte Ferber die TVH-Taktik. Der TVH wollte mehr Kompaktheit erzeugen, doch der Schuss ging zunächst nach hinten los, da man sich früh eine doppelte Unterzahl einhandelte. Die HSG erhöhte in der 48. Minute den Vorsprung durch Paul Geffert auf 17:13, obwohl auch die Gäste zwischenzeitlich nur mit vier Spielern auf dem Platz standen. In der Folge ging jedoch ein Ruck durch die Hüttenberger Mannschaft. Noel Höpfner setzte seine Nebenleute Niklas Theiss und Niklas Roth geschickt ein, brachte sie immer wieder in gute Wurfpositionen und war auch selbst torgefährlich. So arbeitete sich der TVH aus seinem Tief und erzielte in der 58. Minute durch Tristan Kirschner den 20:20-Ausgleich. "Dann konnten wir den Ball von Außen oder vom Kreis wieder nicht unterbringen", haderte Ferber. Wetzlar behielt die Nerven und brachte den knappen Sieg über die Ziellinie. "Wir wussten, dass es heute nur über Einstellung und Leidenschaft geht, das haben die Jungs super umgesetzt", lobte Nober.

Hüttenberg: Rüspeler, Fiedler; Hantl, Höpfner (3), Jockel (1), Kirschner (1), Nandzik (1), Opitz (1), Puselja, Roth (6), Schwarz (2/1), Stahl, Stankewitz, Theiss (6).

Wetzlar: Weizsäcker, Rinn; Frenko (2), Geffert (2), Grassl (2), Großkopf, Kleemann, Klotz (5), Müller (9), Steinmüller (2).

Im Stenogramm: SR: Cesnik/Konrad. - Zu.: 150. - Zeitstr. 8:4 Min. - Siebenm.: 1/1:0/0.

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