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Ein spannender Streifzug durch Diplomatie und Weltpolitik: Madeleine Albright und Claus Kleber. 

Madeleine Albright in München Gast von Claus Kleber

Ehemalige US-Außenministerin: „Ich bin eine Optimistin, die sich viel sorgt“

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Natürlich geht es um Donald Trump an diesem Abend im Münchner Literaturhaus, in dessen Saal kein Stuhl freigeblieben ist. Trump, sagt Madeleine Albright, sei „der am wenigsten demokratische Präsident, den wir in der jüngeren US-Geschichte haben“.

München – Die 81-Jährige macht aber auch klar: „Er ist legal Präsident. Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, warum die Wahl so ausgegangen ist.“ Für Albright hat der Sieg des Republikaners 2016 auch damit zu tun, dass er im Wahlkampf ein Gespür dafür hatte, „dass sich viele Amerikaner von Washington entkoppelt fühlen“. Auf dieser Klaviatur habe Trump virtuos gespielt – übrigens durchaus befeuert von einigen US-Medien, die sich vor allem eines versprachen: Quote, also Geld.

Eine der einflussreichsten Frauen der US-Geschichte

Albright ist nach wie vor eine wichtige Stimme der US-Demokraten. Sie war Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats, US-Botschafterin bei den UN und von 1997 bis 2001 unter Bill Clinton Außenministerin der USA. Sie ist Wissenschaftlerin, Dozentin, Autorin – kurz „eine der einflussreichsten Frauen der US-Geschichte“, wie Claus Kleber seinen Gast vorstellt.

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1937 als Marie Jana Korbelová in Prag geboren, ist Albright aber auch Flüchtling. Gleich zwei Mal musste sie ihr Leben in Sicherheit bringen: Zehn Tage nach dem Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei rettete sich die Familie nach London.

„Dann, im Jahr 1948, fiel unser Land in die Hände der Kommunisten. Mit der Demokratie war es auf einen Schlag vorbei, und meine Familie wurde erneut ins Exil getrieben. Auf den Tag genau drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trafen wir in den Vereinigten Staaten ein“, schreibt sie in „Faschismus. Eine Warnung“ (Dumont, 318 S.; 24 Euro). Ihr aktuelles Buch, in dem sie ausgehend von ihrer Lebensgeschichte eine so erschreckende wie kluge Analyse des Faschismus und faschistischer Tendenzen in Historie und Gegenwart betreibt, ist Ausgangspunkt ihres Gesprächs mit Kleber.

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Vor allem aber sind diese 90 Minuten ein spannender, erhellender, durchaus anekdotenreicher Streifzug durch Weltpolitik und Diplomatie. Immer wieder wird klar, wie sehr es Albright schmerzt, dass sich die USA unter Trump vom internationalen Parkett zurückziehen – während Russen und Chinesen dieses Vakuum nutzen. Sorgen bereitet der Diplomatin jedoch auch der Blick nach Europa. Der Brexit? „Ein Desaster“ – ebenso wie die Teilung, die es zwischen West- und Ost-Europa erneut gebe. „Ich bin auch Europäerin. Ich will, dass dieser Kontinent eine wichtige Rolle spielt – basierend auf Werten, die die USA teilen können.“

Der Abend im Literaturhaus gehörte zur Reihe „Kassandra-Phänomen“, wie seit 2017 das literarische Begleitprogramm der Sicherheitskonferenz heißt. Die Figur der griechischen Mythologie hat von Apoll die Gabe der Weissagung erhalten. Heuer waren Aleida und Jan Assmann zu Gast, die Kulturwissenschaftlerin und der Ägyptologe sind Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Die Journalistin Åsne Seierstad, Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und Terrorexperte Peter Neumann diskutierten am zweiten Abend über Folgen des Anschlags von Anders Breivik auf Utøya 2011. Der heftig beklatschte Auftritt der ehemaligen US-Außenministerin bildete am Samstag den Abschluss. Ob die 81-Jährige zur Kassandra taugt? „Ich bin eine Optimistin“, sagt Albright mit Blick aufs Weltgeschehen. „Eine Optimistin, die sich viel sorgt.“

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