Was wird aus dem Restaurant Rosengarten im Grüttpark? Ende September wird der bisherige Pächter aufhören. Die Frist für eine Ausschreibung zum Kauf auf Erbbaurecht-Basis endet diesen Monat. Durch die Stadt schwirren Gerüchte, dass ein Jugendzentrum entstehen soll. Oberbürgermeister Jörg Lutz dementiert das. Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Das Café stand schon häufiger zur Debatte.

„Ruhe in Frieden“, steht am Seitengebäude des Pavillons nahe des Grüttsees. Der Slogan passt für einige Rosen im Garten, die schon verblüht sind. Er passt für den Brunnen, der trocken liegt. Das Graffiti passt aber vor allem für das Restaurant. Im Inneren sind die Stühle auf die Tische gestellt, im Schaukasten steht ein Zettel. Der „Rosengarten“ öffnet bis 22. September nur noch für Veranstaltungen, danach „bleibt das Restaurant dauerhaft geschlossen.“

Familie verkündete das Ende auf Facebook

Küchenchef Georg Leisinger bestätigt: Ende September ist endgültig Schluss. Im Februar hatte die Familie via Facebook das Ende angekündigt. Zugleich kritisierte der Autor darin die Pachtbedingungen. Leisinger habe sich nochmal mit der Stadt zusammengesetzt und über die Verträge geredet. „Nach vier Wochen kam eine Mail, darin stand ‚Alles Gute‘“, sagt er.

Inzwischen hätten sich Interessenten den Pavillon angesehen, sagt Leisinger. Und es seien Gastronomen darunter gewesen. Er habe aber keine Informationen, ob einer davon tatsächlich den Rosengarten übernehme werde. „Für uns wäre das wichtig, wegen des Inventars“, sagt Leisinger. Das gehöre der Familie, gerne würde er es einem Nachfolger verkaufen.

Gerüchte um Einzug des Jugendzentrum

So lange die Ausschreibung noch läuft, werde es keine Entscheidung geben, stellt Annette Buchauer, Fachbereichsleiterin Gebäudemanagement, klar. Sie bestätigt, dass es Interessenten gebe. In der Stadt kursieren jedoch Gerüchte, wonach ein Jugendzentrum in den Pavillon ziehen soll. Unseren Informationen zufolge gibt es zudem eine Unterschriftenliste. Wer dort unterschreibe, wolle verhindern, dass der Pavillon abgerissen wird. OB Bürgermeister Jörg Lutz dementiert beides: „Wir gehen fest davon aus, dass wir jemanden finden, der den Betrieb weiter führt.“ Für ihn gehöre der Rosengarten zur Stadt.

Die Familie Leisinger pachtete das Gebäude 2015 zunächst und wollte es später kaufen. Im Facebook-Post sprach die Betreiber-Familie von einem Kaufvertrag auf Erbbaurechtbasis, „den Juristen als nicht unterzeichnungswürdig einstuften.“ Lutz wies die Kritik in der Gemeinderatssitzung im Februar zurück: Im Kündigungsschreiben Leisingers würden Personalmangel und ein verändertes Kundenverhalten als Grund genannt.

Die Stadt will weiterhin auf Basis des Erbbaurechts verkaufen. „Die Pacht ist nicht sehr lukrativ für die Stadt“, sagt Buchauer. Beim Erbbaurecht erwirbt der Käufer das Gebäude, jedoch nicht die Fläche. Stattdessen zahlt er dafür einen Erbbauzins an die Stadt. „So haben wir den Finger drauf“, sagt Lutz. Um welche Summen geht es? Diese seien noch nicht öffentlich, sagt der Oberbürgermeister. Und: „Wir warten die Gebote ab.“

Käufer müssen investieren

In der Ausschreibung wird der Pavillon wie folgt beschrieben: „Das Gebäude entspricht insbesondere im Blick auf Wärme- und Schallschutz nicht den heutigen Standards.“ OB Lutz sagt, dass der Käufer auf jeden Fall investieren müsse. Das rechne sich aber aufgrund der guten Lage.

Fachbereichsleiterin Annette Buchauer listet die Probleme auf: Die verglaste Fassade sei nicht wärmegedämmt, die Heizung defekt, der Zugang nicht barrierefrei, die Küche klein. Ziel sei es dennoch, dass ab Sommer 2020 der gastronomische Betrieb fortgeführt werde.

Das Restaurant ist das einzige, das zentral im Grüttpark liegt. Zum See sind es vielleicht 100 Meter. Der Pavillon wurde zur Landesgartenschau 1983 gebaut. Das Café sollte ursprünglich nur im Sommer geöffnet haben, entwickelte sich aber zum Ganzjahresbetrieb. Begleitet wurde die Entwicklung von Diskussionen. 2002 gab es Gerüchte, dass das Café dem Sparzwang zum Opfer falle. Tatsächlich stellte die damalige Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm die Gastronomiebetriebe der Stadt in Frage – Turmcafé, Burgschänke, Rosencafé und die mittlerweile verkaufte Villa Feer. 2007 stand im Gemeinderat erneut ein Verkauf zur Debatte. Weil das Café aber gut lief, sah man davon ab.

2013 ploppte das Thema wieder auf: Die CDU forderte eine grundsätzliche Überprüfung. Es ging darum, was ein Neubau oder eine Totalsanierung gekostet hätten. Die CDU wies darauf hin, dass es Interessenten gebe, die sich einen Erwerb durch Erbbaurecht vorstellen könnten.